Der Hürtgenwald - berühmt-berüchtigt, aber schön

Hund wandern Hürtgenwald
Hund wandern Hürtgenwald
Hund wandern Hürtgenwald
Hund wandern Hürtgenwald
Hund wandern Hürtgenwald

 

Ort:

Vossenack

Tourenlänge:

ca. 10  km

Wanderzeit:

zwischen 5 - 6 Stunden, falls unterwegs eingekehrt wird

Schwierigkeitsgrad:

gigantische, aber anspruchsvolle Tour mit zwei größeren Steigungen, 140 bzw. 120 Höhenmeter

Wegebeschaffenheit:

gut begehbar, meist unbefestigte Wege und schmale Pfade

Leinenführung:

in Ortschaften und in Naturschutzgebieten ist Leinenpflicht, aber es gibt auch immer wieder Freilaufmöglichkeiten

Besonderheiten:

Bademöglichkeiten für den Hund
Tagestour mit Einkehrmöglichkeit

Mindestteilnehmerzahl:

5 Personen


Es gibt in der Nord-Eifel eine Landschaft, die am Ende des 2. Weltkriegs zum Synonym für Grauen, Schrecken, Verwüstung und Tod wurde. Es waren die Amerikaner, die diesem fürchterlichen Wald den Namen "Hurtgenforest" gaben.

Hurtgen, dieser Name, der so klingt wie hurt (verletzen), löst in den USA heute noch entsetzte Emotionen aus. So ist die "Battle for Schmidt" in Amerika bekannter als in Deutschland die "Allerseelenschlacht".


Das schreckliche Szenario nahm seinen Anfang am 6. Juni 1944 mit der Landung der westalliierten Streitkräfte in der Normandie. Mit Riesenschritten marschierten die Divisionen der 1. US-Armee auf die deutsche Reichsgrenze zu. Schon nach 3 Monaten erreichten sie die westdeutsche Grenze, wo der weitere Angriff wegen Nachschubmangel ins Stocken geriet. So konnten die Deutschen am Westwall eine neue Verteidigung aufbauen.


Die Amerikaner benötigten fast 6 Monate, ehe sie zig 10Tausende Tote (auf beiden Seiten) später die wenigen Kilometer durch den Hürtgenwald bis Schmidt durchbrochen hatten.


Wie konnte sich dies so ereignen, waren doch die Amerikaner für ihre Materialüberlegenheit und damit verbunden den schnellen Eroberungen seit ihrer Landung in der Normandie bekannt???


Schlechte Planung:

Statt topographischer Karten begnügte man sich mit dem Nachdruck der Michelin Straßenkarten von 1940, in denen weder die steilen Wege durch die Täler noch die Rurtalsperre eingezeichnet waren. Und, wie wir bei unserer Wanderung selber feststellen können, sind auch bei den weiten Fernblicken über das Land die stark eingekerbten Täler nicht wirklich zu erahnen.


Schwieriges Gelände:

Die schlechten Wege bereiteten große Probleme, insbesondere war es fast unmöglich die Panzer über die schmalen und stark gewundenen Wege zu manövrieren. An zu engen Stellen mussten Felsen für den Durchlass gesprengt werden.

Dazu fuhr noch ein Führungspanzer auf eine Mine und versperrte den Weg und blockierte so die nachfolgenden Panzer. Einige von ihnen stürzten dann auch bei dem Versuch ab, den manövrierunfähigen Panzer zu umfahren.


Nasskaltes Wetter:

Das Wetter verschlechterte sich dramatisch, es begann der miserabelste Herbst seit Jahrzehnten. Es war nicht nur sehr nass und matschig. Nachts sanken die Temperaturen unter null Grad. Die Soldaten hatten allerdings nur Sommerbekleidung, in denen sie eben auch die Nächte in den nassen Schutzlöchern verbringen mussten. Entsprechend gab es unter den Soldaten auch zig Tausende Ausfälle durch Krankheit, physischer und psychischer Erschöpfung.


fehlende Luftunterstützung:

Im Wald- und Bergland dieser Gegend gab es nur wenig Ansatzpunkte für die amerikanische Luftwaffe und die gepanzerten Fahrzeuge, so dass die Infanterie, wie sonst nicht üblich, die Hauptlast der Kämpfe tragen musste. Dazu kam, dass sie auch noch wetterbedingt den am Boden kämpfenden Soldaten weniger Unterstützung bieten konnten.


Bedeutung der Talsperren:

Das deutsche Oberkommando war der Ansicht, dass der amerikanische Stoß eigentlich auf die Rurtalsperren  zielte, um mit der Kontrolle über sie eine Überflutung des Rurtals zu verhindern. Das hätte einen amerikanischen Vorstoß zum Rhein aufgehalten können.

Auf deutscher Seite hätte es die Pläne für die bereits in Vorbereitung befindliche "Ardennenoffensive" gefährdet. Ganz abgesehen von der Gefahr eines Flankenangriffs, falls das Bergland in alliierte Hand gefallen wäre.

Deshalb schrieb die deutsche Führung der Verteidigung der Talsperren und damit des Hürtgenwalds hohe Bedeutung zu.


Die Amerikaner dagegen hatten die Bedeutung der Talsperren noch nicht erkannt. Sie wählten die Angriffsroute hauptsächlich, um einen Flankenangriff aus dem Eifelwald zu verhindern und den kämpfenden Deutschen bei Monschau in den Rücken zu fallen.


unvermutet starker deutscher Widerstand:

Die Unterbrechung der Kämpfe bei Aachen nutzen die Deutschen, um massive Verteidigungsstellungen zu errichten und ihre schwer angeschlagenen Truppen zu reorganisieren.

Und, im Gegensatz zu den Amerikanern hatten die Deutschen durch ihre Erfahrung im 1. Weltkrieg im Gebirgs- und Kleinkrieg einen entscheidenden Vorteil beim Führen von Graben- und Stellungskriegen. Die Deutsche gruben unzählige Schützenlöcher, Gräben und verminten die Gegend.

Die Deutschen, die das Gebiet sehr woh sehr gut kannten, positionierten MG-und Scharfschützen an ausgesetzten Berghöhen, von wo man feindliche Bewegung bestens einsehen und eine ganze Kompanie aufhalten konnte. Außerdem setzten sie auch "Baumkrepierer" ein, Granaten, die schon explodierten, wenn sie die ersten Baumwipfel berührten. Sie enthielten scharfe Metallstücke, die dann im weiten Radius durch den Wald flogen und Arme, Beine und Leiber zerfetzten.

Der Angriff blieb im Wald stecken und die Deutschen konnten die Höhen über so lange Zeit in ihrer Hand halten.


So weit zum historischen Hintergrund.


Auf dieser 4 PfotenTour, von Vossenack ausgehend, werden wir den Teil des Hürtgenwaldes erwandern, in dem die unter dem Namen "Allerseelenschlacht" in die Geschichte eingegangenen Kämpfe stattgefunden haben.

Begleitet wird sie von Herrn Gülpen, der nicht nur ein guter Wegescout ist, sondern auch ein außergewöhnliches und umfangreiches Wissen über die Vorgänge und die historischen Hintergründe der Hürtgenwald Kämpfe hat.


Vieles wurde zerstört, manches, auch Reste, als mahnendes Denkmal erhalten - und die Natur hat sich über die Jahre einiges zurückerobert.

Und die ist im Hürtgenwald sehr, sehr schön! Insbesondere jetzt im Herbst, wo die Blätter der Laubbäume in allen Farben leuchten und uns auf unserer Wanderung eine warme und wohlige Umgebung bieten - und ein wunderschönes Farbenspiel, wenn wir auf einer Höhe stehen und die Fernblicke über die Eifel genießen.


In den Tälern wandern wir über idyllische Wege entlang von Flüssen und Bächen, Wiesen und Auen. Dabei passieren wir zunächst die Mestrenger Mühle, in der wir auch einkehren könnten, wenn wir uns die belohnende Einkehr nicht bis zum Ende der 4 PfotenTour in Vossenack aufheben möchten.


Im Huschelsbachtal können wir einen Abstecher zu einem kleinen Stauweiher machen. Hier ist ein kleines Biopto, ein perfektes Naturparadies entstanden. Zu den vielen Tieren, die hier ein Zuhause gefunden haben, gehören auch Graureiher - immer wieder ein Genuss diese Vögel zu treffen und zu beobachten.

Auch Biber haben sich inzwischen hier niedergelassen. Zu Gesicht werden wir diese nachtaktiven Tierchen jedoch eher nicht bekommen. Aber seine fleißigen Arbeiten und Bauten, die er in der Natur hinterlassen hat, belegen eindeutig seine Anwesenheit.


Und, dann werden wir natürlich auch die Kallbrücke an der Stelle besichtigen und überqueren, an der sich im 2. Weltkrieg "Das Wunder vom Hürtgenwald" zugetragen hat.

Dem deutsche Stabsarzt Dr. Stüttgen gelang es, einen inoffiziellen Waffenstillstand auszuhandeln und zwischen dem 7. und 9. November  mehrfach Verwundete zu versorgen und somit Hunderten von deutschen und auch amerikanischen Soldaten das Leben zu retten. Wenn es auch nur auf einen engen Bereich begrenzt war - aber - wirklich tief bewegend, dass sich in mitten des totalen Wahnsinns doch auch eine solche Menschlichkeit ereignen konnte.


Diese 4 PfotenTour ist eine durchaus anspruchsvolle Wanderung und nicht mit einem langen Spaziergang zu verwechseln. Somit wird von allen 2- und 4-beinigen Wanderern ein gutes Durchhaltevermögen gefordert. Außerdem sollten Sie  trotz der Einkehrmöglichkeit zusätzlich für ausreichende Verpflegung und Getränke für sich und die Hunde in Ihrem Rucksack sorgen.

Und - Wanderschuhe sollten wir Menschen bei dieser Wanderung auf jeden Fall tragen. 

 

 Leistungen von 4 PfotenTouren:

  • Geführte Wanderung durch einen Wanderexperten
  • 1 Leckerli für jeden Mitwanderer
  • Infos über das Gebiet
  • 1 PfotenAbdruck

 Ihre Eigenleistung:

  • Eigene An- und Abreise
  • Verpflegung & Getränke für unterwegs
  • Einkehr im Café / Restaurant

Preis:

  • 19,00 € Normaltarif:  1 Person & 1 Hund
  • 28,50 € Partnertarif:  2 Personen & 1 Hund



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